Die Schnake


Echt oder gebunden??
von Ulli Bussmann aus Göttingen

Die Schnake, Zweiflügler ( Diptera )
Die zahlreichen Schnaken, auch Bachmücken genannt, kommen hauptsächlich in zwei Farben vor, hell oder dunkelbraun mit verschieden gezeichneten Flügeln. Die größeren Arten werden 20-25 mm groß, die Weibchen können sogar eine Größe von 35 mm erreichen. Sie verfügen auch über außerordentlich lange Beinchen. Am häufigsten sieht man sie in kleinen Schwärmen in der Dämmerung und an warmen Sommerabenden, über feuchten Wiesen und an Ufern von Gewässern tanzen. Hier ein kleines Beispiel: Mit großem Aufwand und viel Freude entstehen in meinem Bastelkeller, unter Einsatz aller mir zu Verfügung stehenden Mittel, meine kleinen Beiträge für die seite goettinger-fliegenfischer.de

Haken:12er Langschenklig
Faden:Bindeseide Ocker 06
Körper:Moosgummi
Thorax:Hasenohrdubbing
Flügel:Brustfedern vom Fasan
Beine:Roßhaar
Zusätzlich:Window-Color (Kristallklar)

Hier einmal alle Materialien die wir benötigen auf einen Blick


So, jetzt geht es los. Zuerst bereiten wir uns das Flügelpaar vor, indem wir uns eine passende Feder heraussuchen und den Flaum soweit abziehen, bis uns die Feder als Flügel zusagt.


Anschließend geben wir einen kleinen Tropfen der Windowcolor auf eine Unterlage, und ziehen die vorbereiteten Federn wie gezeigt durch die Windowcolor. Somit bekommen wir einen wasserfesten und schlanken Flügel


Nun schneiden wir uns einen schmalen Streifen Moosgummi für den Körper. Tubenbindestock in den Schraubstock klemmen und eine dünnen Stopfnadel im Tubenschraubstock einspannen. Moosgummi hinten auf der Nadel so aufbinden, dass das Ende des Gummis an der Spitze der Nadel endet


Dann das Moosgummi an der Nadelspitze einbinden. Nun binden wir 8 Körpersegmente. Von klein nach groß. Die Wicklungen dürfen nicht zu fest gebunden werden, damit man den Körper nach der Fertigstellung leicht von der Nadel schieben kann. Jede einzelne Wicklung der Segmente wird mit dem Kopfknoten abgeschlossen.


Etwas Bindelack auf die Wicklungen geben und dann den Körper
von der Nadel schieben. Danach den Körper zwischen Daumen und Zeigefinger drehen, um den Körper zu formen und den Bindelack gleichmäßig zu verteilen, fertig ist der Körper. Der von der Nadel geschobene Körper stellt sich selbstständig auf, Grund ist das freiwerdende Gummi, welches auf der Nadel fixiert war.


Der Körper wird in der Mitte auf dem Haken festgelegt. Nun binden wir uns die Beinpaare aus Pferdehaaren. In einen Rosshaarstrang legen wir drei bis vier Schlingen und ziehen sie zu einem Knoten vorsichtig zusammen. Auf den Knoten tupfen wir einen kleinen Tropfen Lack und das erste Gelenk ist fertig.


Mit einer über einer Kerzenflamme erhitzten Pinzettespitze biegen
wir die unteren Gelenke. Vorsicht – die Pinzette darf nicht zu heiß sein, sonst schmelzen die Beinchen ab. Jetzt binden wir das
Beinpaar unter dem nach vorn stehenden Moosgummi ein. Zusätzlich binden wir zwei kurze Fühlerchen, unmittelbar am eingebundenen Hinterleib ein. Die Spitze eines Pferdehaares halten wir kurz an den brennenden Kerzendocht…


…sie verkringelt sich dann zu einem kleinen Knötchen und imitiert
so fast ein echtes Fühlerchen. So verfahren wir auch bei den Kopffühlern. Wir formen nun die getrockneten Flügel mit einer scharfen Schere, beide Seiten sollten gleich groß sein.


Von einer Seite der Federn schneiden wir, bis fast zur Hälfte, entlag des Kieles die verklebten Grannen ab. So entsteht ein naturgetreues Abbild eines Schnakenflügels. Beide Flügel binden wir wieder unter den Ende des Moosgummis ein. Mit den konkaven Seiten nach unten.


Der Faden wird mit Hasenohr-Dubbing belegt, wir formen dann den Thorax mit einer Achterwicklung. Nach Anbringen der kleinen Tastfühler legen wir das Moosgummi nach vorn und schließen mit einem Kopfknoten ab. Das Köpfchen sichern wir mit Lack.
Ein wunderschönes künstliches Insekt ist geboren.


Nun liebe Fliegenfischer und Fliegenbinder wünsche ich viel Freude beim Nachbinden dieser schönen Fliege und verbleibe mit freundlichen und sportlichen Grüßen.

Ulli Bussmann
aus Göttingen.

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